Mehrere Yuzu Früchte

Yuzu

Die Yuzu, Citrus junos, ist eine seltene und aromatische Zitrusfrucht, die ursprünglich aus Ostasien stammt. Sie wird vor allem in Japan, China und Korea angebaut und geschätzt. Die Yuzu sieht aus wie eine kleine, unregelmäßig geformte Zitrone, ist jedoch keine klassische Zitrusfrucht. Ihr Geschmack kombiniert die Säure einer Zitrone mit den floralen, süßen Noten von Mandarine und Grapefruit. In der Teewelt spielt sie eine besondere Rolle, da ihr intensives Aroma häufig zur Verfeinerung von grünem oder schwarzem Tee verwendet wird. 

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Beschreibung

Die Yuzu-Frucht wächst an immergrünen Sträuchern oder Bäumen und gehört zur Familie der Rautengewächse Rutaceae. Sie erreicht einen Durchmesser von etwa 5 bis 8 cm und hat eine dicke, unebene Schale. Yuzu-Bäume sind widerstandsfähig gegen Kälte, brauchen jedoch mehrere Jahre, bis sie Früchte tragen. Sie gedeihen am besten in Höhenlagen mit gemäßigtem Klima und benötigen eine gut durchlässige Erde. Da die Bäume Dornen tragen, ist die Ernte der Früchte oft mühsam.

Obwohl sie äußerlich einer Zitrone ähnelt, hat die Yuzu eine völlig eigenständige Geschmacksnote. Man kann förmlich schmecken, dass sie der Kreuzung zweier Sorten – saurer Mandarinen und chinesischer Zitronen - entstammt, denn die Yuzu vereint eine säuerliche Frische mit komplexen, floralen Noten. Das erinnert an eine Mischung aus Grapefruit und Mandarine. Ihr Geschmack ist intensiver als der von herkömmlichen Zitronen, aber weniger bitter als eine Pomelo.

Tatsächlich wird Yuzu selten pur gegessen, denn im Vergleich zu Orangen oder Zitronen enthält sie viele Kerne und wenig Fruchtfleisch. Ihr starkes Aroma wird vor allem durch ihre Schale und Saft genutzt. Und so findet man die Yuzu in der Küche, Kosmetik und sogar in der traditionellen Medizin. Auch in Gewürzen, Ölen und Getränken taucht sie immer wieder auf.

In Tee wird Yuzu oft als getrocknete Schale oder als Aroma in Mischungen eingesetzt, besonders in Kombination mit grünem oder weißem Tee. In Korea ist Yujacha, ein heißer Tee aus Yuzu-Schale, Zucker und Honig, zum Beispiel ein traditionelles Heilmittel gegen Erkältungen. Und bei uns mischen wir sie mit japanischem Kukicha Grüntee und einer ordentlichen Portion Matcha zu unserem erfrischend fruchtigen Yuzu Midori.

Geschichtliche Hintergründe

Die Yuzu hat eine lange Geschichte, die bis in die Tang-Dynastie in China zurückreicht. Vor über 1000 Jahren kam sie dann nach Japan, wo sie sich als eine der wichtigsten Zitrusfrüchte etablierte. Schnell wurde sie in Japan nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heilmittel verwendet. Besonders bekannt ist das Yuzubad, Yuzu-yu, das in der Wintersonnenwende genommen wird, um Erkältungen vorzubeugen und das Immunsystem zu stärken. Dabei werden ganze Yuzu-Früchte ins heiße Wasser gegeben, wo sie langsam ihr ätherisches Öl freisetzen.

Heute ist Yuzu aus der japanischen Küche kaum mehr wegzudenken. Ihr Saft und die Schale finden vielseitige Verwendung, etwa in der beliebten Ponzu-Sauce, die perfekt zu Fisch, Fleisch oder Salaten passt. Eine weitere Köstlichkeit ist „Yuzukosho“, eine würzige Paste aus geriebener Yuzu-Schale, Chilipfeffer und Salz, die Gerichten mit rohem Fisch, gebratenem Fleisch oder Suppen eine besondere Note verleiht. Auch als Dressing ist die Yuzu sehr beliebt, als eine Kombination aus Yuzu-Saft, Sojasauce und dem süßen Reiswein Mirin.

Spannende Fakten

  • Seltene und anspruchsvolle Frucht: Aufgrund ihres langsamen Wachstums und der anspruchsvollen Kultivierung ist Yuzu außerhalb Asiens eine echte Rarität. Oder erinnerst du dich an das letzte Mal, dass du eine Yuzu im Supermarkt gesehen hast? Tatsächlich exportiert Japan nur wenige Tonnen frische Yuzu-Früchte nach Europa, weshalb der Kilopreis mindestens 50 Euro beträgt. Und wegen der ganzen Kerne braucht es ein ganzes Kilo, um nur 100 Milliliter Saft zu gewinnen. Wenn du also Glück hast und sie im Supermarkt findest, kann eine einzelne Frucht leicht bis zu sieben Euro kosten.
  • Symbol für Glück und Schutz. In Japan wird Yuzu oft zu Neujahr verschenkt oder als Dekoration in traditionellen Zeremonien verwendet. Die leuchtende Farbe und der frische Duft der Frucht gelten als Glücksbringer und symbolisieren einen Neuanfang im neuen Jahr. Laut japanischer Folklore soll der starke Duft von Yuzu böse Geister vertreiben, weshalb es üblich war, Yuzu vor den Hauseingang zu legen, um Unglück abzuwehren.
  • Ein regionales Fest: Besonders in den japanischen Regionen, in denen Yuzu angebaut wird, wie den Präfekturen Kochi und Tokushima, werden jedes Jahr Festivals zu Ehren der Frucht gefeiert. Diese Festivals beinhalten Yuzu-inspirierte Speisen, Getränke und Produkte und würdigen die Bedeutung der Yuzu für die lokale Landwirtschaft.

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