Lilafarbende Lavendelblüten

Lavendel

Lavendel, auch „echter Lavendel“ genannt, ist eine aromatische Pflanze aus dem Mittelmeerraum. Sein blumiger Duft macht ihn zu einer beliebten Zutat in Teemischungen, der Naturheilkunde und der Parfümerie. In Tee verleiht Lavendel eine sanfte, leicht herbe Note und wird traditionell mit Entspannung und erholsamem Schlaf in Verbindung gebracht.

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Detaillierte Beschreibung

Lavendel gehört wie Basilikum, Minze, Salbei und Rosmarin zur Familie der Lamiaceae. Lavendel ist eine langlebige Pflanze, die bei idealen Bedingungen bis zu 20 Jahre gedeihen kann. Er gilt als Alleskönner der Heilpflanzenwelt. Seit Jahrhunderten wird er zur Linderung von Schlaflosigkeit, Anspannung und Hautproblemen eingesetzt. Seine ätherischen Öle sollen eine beruhigende Wirkung auf Körper und Geist haben.

Doch Lavendel überzeugt uns besonders durch seinen Geschmack: In Tees wird er oft mit Kamille, Zitronenmelisse oder grünem Tee kombiniert. Und auch in der Gourmetküche findet er Verwendung – sowohl in herzhaften als auch in süßen Speisen.

Geschichtlicher Hintergrund

Die erste bekannte Nutzung von Lavendel reicht über 2500 Jahre zurück. Schon die alten Ägypter verwendeten ihn bei der Mumifizierung und als Duftstoff für Parfüms. Sogar im Grab des Pharaos Tutanchamun konnten Spuren von Lavendel nachgewiesen werden. Auch die Römer schätzten seine aromatischen Eigenschaften und nutzten ihn zur Beduftung von Bädern und Kleidung. Daher sein Name, abgeleitet vom lateinischen lavare, was "waschen" bedeutet. Im Mittelalter war Lavendel fester Bestandteil von Klostergärten und wurde als Heilkraut genutzt.

Heute sind die wichtigsten Anbaugebiete Frankreich, Spanien, Italien und Bulgarien. Aber auch Länder wie die USA, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland haben sich zu wichtigen kommerziellen Lavendelproduzenten entwickelt. Besonders berühmt ist die südfranzösische Provence, wo hochwertiger Lavendel in Höhenlagen zwischen 800 und 1200 Metern wächst. Hier wird wilder Berglavendel bis heute noch von Hand geerntet. Für 1 kg ätherisches Öl werden etwa 150–180 kg Blüten benötigt – ein Zeichen seiner besonderen Qualität.

Spannende Fakten

Lavendel ist übrigens nicht gleich Lavendel – es gibt auch Lavandin, eine widerstandsfähige Hybridart. Der echte Lavendel wächst in den Höhenlagen um Sault, während Lavandin hauptsächlich in den weiten Feldern von Valensole zu finden ist. Der wichtigste Unterschied zwischen beiden ist die Widerstandsfähigkeit: Lavandin ist robuster und leichter anzubauen, während echter Lavendel anspruchsvollere Wachstumsbedingungen hat und daher weniger verbreitet ist. Zudem hat Lavandin einen intensiveren Duft, der sich deutlich vom milderen Aroma des echten Lavendels unterscheidet.

Ein großer Unterschied ist auch, dass Lavandin größere Mengen an Öl produziert. Während weltweit ca. 1000 Tonnen Lavandinöl hergestellt werden, liegt die Produktion von echtem Lavendel bei nur 200 Tonnen – rund fünfmal weniger! Das liegt auch daran, dass die Gewinnung des ätherischen Öls aus echtem Lavendel sehr arbeitsintensiv ist. Kein Wunder also, dass echter Lavendel ein so hochwertiges, teures und gefragtes Produkt ist.

Ob Lavendel oder Lavandin, die blühenden Felder der Provence sind nicht nur ein bei uns Menschen beliebtes Fotomotiv, sondern auch eine wichtige Bienenweide für die Honigproduktion. Bienen lieben den Nektar der Lavendelpflanzen und produzieren daraus einen besonders aromatischen Honig.

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